5 Gründe für einen internen Mitarbeiterblog.

Kommunikation mit den Mitarbeitern ist mehr als Flurfunk und die Ansprache zu Weihnachten. Wenn Sie nach einem Kommunikationstool suchen, das schnell, flexibel und kostengünstig Ihre Mitarbeiter informiert, sie bindet und motiviert, Ihre Probleme löst und Wissen verbreitet – dann hat Ihre Suche hier Erfolg.

Gehen wir davon aus, dass Sie ein Unternehmen besitzen. Ihr Unternehmen läuft gut, vielleicht denken Sie über eine Expansion nach. Sie überschreiten die Grenze von 20 Mitarbeitern an einem Standort. Oder Sie haben mehrere Niederlassungen, viele Abteilungen, verschiedenste Projekte oder Produkte. Bisher haben der besagte Flurfunk oder die Ansprachen als Kommunikationswege gut funktioniert. Ab ungefähr 20 Personen kommt Bewegung in die Gruppendynamiken, die Kommunikationswege verändern und verzweigen sich. Neben den informellen Wegen lohnt es sich jetzt, einen formellen Weg zur Informationsverbreitung aufzubauen: Den internen Mitarbeiterblog.

Fünf Gründe, die für den internen Mitarbeiterblog sprechen

1. Kommunikationstool

Sie nutzen den internen Mitarbeiterblog als direktes Kommunikationstool zwischen Management und Mitarbeitern. Die Artikel sind sofort online und abrufbar. Für das Schreiben der Artikel müssen keine deadlines eingehalten werden – außer den thematisch bedingten. Sie können nachträglich korrigieren oder löschen, das Medium ist geduldig.

Der interne Mitarbeiterblog hat keine Verbindung zum world wide web, die Informationen und Daten bleiben innerhalb Ihres Unternehmens, die Geheimhaltung ist gesichert. Die Kosten der Einrichtung sind niedrig. Es gibt Tools, die den Entwurf und Aufbau professionell unterstützen. Der Blog trägt Ihr Corporate Design: Logo, Farben und Aussehen sind immer anpassbar. Trotzdem empfehle ich die Einrichtung über einen IT-Experten: Die richtigen Einstellungen für den Datenschutz nach DSGVO, die Minimierung der Angreifbarkeit von außen und das stabile, schnelle „Laufen“ kann nur ein Fachmann gewährleisten.

Sie erreichen jeden Mitarbeiter. Hat Ihr Unternehmen verschiedene Niederlassungen, schaffen Sie es auf diesem Weg, Informationen standortübergreifend fließen zu lassen und die Belegschaft zu einem Team zu binden.

Und nein, Sie sollten die Artikel natürlich nicht selbst schreiben, sondern die Verantwortung an einen Mitarbeiter abgeben. Behalten Sie bei der Auswahl des Mitarbeiters die Wichtigkeit dieses Kommunikationstools im Auge. Ein paar Gedanken zu der Auswahl des geeigneten Mitarbeiters erläutere ich in meinem Artikel: ‚Verantwortlich für den internen Mitarbeiterblog: Position perfekt besetzen‘.

Beachten Sie auch: Den Leser binden Sie durch einen optisch ansprechenden Blog mit schlüssiger Navigation und durch das regelmäßige Veröffentlichen neuer Artikel, sonst verlieren Ihre Mitarbeiter schnell die Geduld und das Interesse. Sie meinen, Sie finden nicht genug Themen? Anregungen habe ich in meinem Artikel ‚Themen finden‘ gesammelt.

2. Informationen fließen lassen

Sie können die Information des Mitarbeiters steuern. Der Flurfunk verbreitet Gerüchte, Halbwissen und subjektive Meinungen. Mit dem Blog haben Sie die Möglichkeit, Informationen zeitlich, inhaltlich und in der Ausführlichkeit zu lenken.

Ihr Unternehmen bekommt ein Gesicht, zeigen Sie die Menschen hinter den Zahlen, begeistern Sie mit Erfolgsstorys, stärken Sie das Wir-Gefühl. Informationen, die sonst nur einen kleinen Kreis erreichen, erreichen nun alle Mitarbeiter. Vertragsabschlüsse, der Lauf der Projekte, Presseberichte und Neuerungen sind zwar nicht für jeden Mitarbeiter relevant, aber interessant. Ihre Mitarbeiter fühlen sich respektiert und informiert.

Weisen Sie bei Artikeln, die der Geheimhaltung unterliegen oder bei denen Sie nicht möchten, dass sie nach außen getragen werden, explizit auf die Geheimhaltung hin. Vielleicht wird der ein oder andere Mitarbeiter Interna „ausplaudern“, davor sind Sie nie gefeit; ohne Blog wäre es ein Weitertragen von Gerüchten aus dem Flurfunk. Eine Geheimhaltungsvereinbarung mit jedem Mitarbeiter ist heutzutage Standard und sehr empfehlenswert.

Bei Gesprächen unter Freunden oder Bekannten, wichtiger aber mit potentiellen Kunden, haben Ihre Mitarbeiter ein fundiertes Wissen. Sie können erzählen, was ihre Firma macht, wofür sie steht, welche Projekte sie realisieren oder realisiert haben, welche Produkte sie vertreiben, kurz wie ihre Firma potentiellen Kunden Nutzen bringen könnte. Es ist manchmal erstaunlich, wie wenig einige Mitarbeiter über den eigenen Arbeitgeber wissen. Dazu kommt, dass informierte und respektierte Mitarbeiter extern ein positives Firmenimage aufbauen.

3. Mitarbeiter binden und motivieren

Über den Blog können sich Ihre Mitarbeiter mit Ihrem Unternehmen identifizieren. Das Interesse wird geweckt, auch über den Tellerrand des eigenen Arbeitsplatzes oder der eigenen Abteilung hinaus zu schauen. Beantworten Sie die Fragen: Was machen wir? Warum sind wir gut, besser als die Konkurrenz? Die Mitarbeiter möchten wissen, „was im Laden läuft“.

Jedes Unternehmen hat gute Projekte oder Produkte, es entstehen Weiterentwicklungen und Verbesserungen, Kunden sind begeistert. Oft werden diese Informationen zwar kommuniziert, leider nicht in dem entscheidenden Augenblick, zu dem Zeitpunkt, an dem sie hochaktuell sind. Meist erst später in einer Mitarbeiterzeitschrift oder Pressemeldung, ohne direkten Bezug zum Geschehen. Nicht so beim internen Mitarbeiterblog. Der direkte zeitliche Bezug eines anerkennenden Beitrags, das direkte Lob bringt die ersehnte Anerkennung und damit fördern Sie die Motivation.

Die eigenen Mitarbeiter sind die Multiplikatoren, wenn es um ein positives Firmenimage und Mundpropaganda geht. Ihre Mitarbeiter sind durch bessere Informationen tiefer im Geschehen, fühlen sich eingebunden, respektiert und tragen diesen Stolz nach außen. Die Zusammengehörigkeit und Begeisterung, das „Fan“ werden, fördern Sie über den internen Mitarbeiterblog.

Nutzen Sie die Chance, Mitarbeiter vorzustellen, Ihre Leistungen zu präsentieren, Aufmerksamkeit zu schenken und geben Sie Bestätigung. Das tägliche wie auch das besondere Engagement der Mitarbeiter kann über den Blog kommuniziert und gewürdigt werden. So fördern Sie das Verständnis untereinander, öffnen die Augen für die Leistungen der Kollegen. Ihre Mitarbeite fühlen sich wahrgenommen und in ihrer Kompetenz bestätigt.    

4. Problemlöser 

Der Mitarbeiterblog ist ein Problemlöser. Über vorgestellte Projekte und Produkte können die Kompetenzen und Zuständigkeiten von Kollegen oder anderen Abteilungen eingeschätzt werden. Meist gleicht kein Projekt dem anderen, aber manche Probleme und die zugehörigen Lösungen wiederholen sich. Über die im Blog veröffentlichen Lessons learnt bildet sich Firmenwissen und dient als Erfahrungspool, Mitarbeiter können eher einschätzen, wer sie bei ihrem speziellen Projektproblem unterstützen kann.

Büroalltag. Wiederkehrende Fragen. Zum Beispiel, wie baue ich eine VPN Verbindung auf? Schon erklärt, wieder vergessen. Oder Ihre Mitarbeiter wissen nicht, an wen sie sich zur Lösung ihres Problems wenden können, laufen verschiedene Stellen an. Wenn Sie grundlegende Informationen zur Organisation, zur IT im Blog veröffentlichen, fördern Sie die Eigenverantwortung der Mitarbeiter und senken die Supportkosten. Der Blog sollte nicht zu einem Wiki werden, das nicht, aber fragen Sie Ihr Sekretariat und Ihren Administrator nach den wiederkehrenden Fragen und stellen Sie die Antworten in den Mitarbeiterblog.

Mitarbeiter lieben es insgeheim, als Experten zu gelten. Holen Sie das Wissen bei Ihrem Mitarbeitern ab. Erarbeiten Sie zusammen mit ihm eine Struktur und Verschriftlichung seines Erfahrungsschatzes, um ihn bei seinen Kollegen als Wissensträger zu etablieren. Die Kollegen behalten das im Hinterkopf und kennen bei Bedarf gleich den richtigen „Problemlöser“.


5. Wissenstransfer. Wer weiß was.

Der Blog ist ein Tool des Wissensmanagements. Nutzen Sie die Möglichkeit auf kurzem Weg Neuigkeiten zu erklären, Verfahren und Anweisungen zu erläutern.

Mit der Vorstellung von Projekten und dem Erläutern durch lessons learnt lösen Sie einen Erfahrungsaustausch auf einer neuen Ebene aus. Die Mitarbeiter sehen, es gibt Probleme, aber „wir“ finden eine Lösung. Kreativität wird durch das Teilen von Erfahrungen geweckt.

Kommunizieren Sie die Fortbildungen einzelner Mitarbeiter. Es sollte Usus werden, nach einer Fortbildung einen groben Überblick über die Inhalte und Erkenntnisse über den Blog an die Kollegen weiterzugeben. Das hat einerseits den Vorteil, dass bekannt ist, wer der Wissensträger für das Thema ist, andererseits kann sich der Kollege als Experte etablieren und sein Fachwissen von Kollegen abgerufen werden kann.

Der Schritt in die richtige Richtung

Der interne Mitarbeiterblog ist der richtige Schritt in Richtung des informierten, interessierten und motivierten Arbeitnehmers, davon bin ich überzeugt. Akzeptieren Sie, dass der Blog in der Anfangszeit eher ein einseitiges „Kommunikationstool“ oder „Informationstool“ ist.


In diesem Artikel habe ich viele Themen nur angerissen. Ich werde sie in der nächsten Zeit vertiefen, näher beschreiben und meine Erfahrungen teilen. Sie wollen sie nicht verpassen? Dann abonnieren Sie meinen Newsletter (siehe Fußzeile). Regelmäßig veröffentliche ich einen neuen Artikel zum Thema interne Mitarbeiterkommunikation in Unternehmen.

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